SICHERHEITSTIPPS ZUR GRUPPE DER MITWACHSENDEN KINDERSITZE

Mitwachsende Kindersitze decken mehrere Gewichtsklassen ab, da sie, wenn das Kind größer wird, einfach umgebaut und so über einen längeren Zeitraum genutzt werden können. Kombiniert werden häufig die Gruppen 0+ und I sowie die Gruppen I und II/III.

Sitze der Gruppe 0+/I sind normalerweise Reboard-Sitze, also rückwärts gerichtet. Hier fahren die Kinder nachdem sie der Babyschale entwachsen sind weiterhin entgegen der Fahrrichtung. Dies bietet gegenüber vorwärts gerichteten Systemen mit integriertem Gurtsystem ein hohes Plus an Sicherheit, da die Nackenmuskulatur des Kindes noch nicht kräftig genug ist, um den noch relativ schweren Kopf bei einem Unfall zu halten. Moderne rückwärts gerichtete Kinderrückhaltesysteme wie der CYBEX Sirona bieten zusätzlich einen 360° Drehmechanismus. Der Sitz kann bei großwüchsigen Kindern ab einem gewissen Alter in die vorwärts gerichtete Position gedreht werden.

Heute wollen wir uns aber mit dem zweiten Typ der Kombinationssitze für Kinder ab 9 kg oder ca. 9 Monate befassen:

Gruppe I/II/III  (9 – 36 kg, ca. 9 Monate bis 12 Jahre)

Einen Sitz sparen können Eltern mit einem mitwachsenden Kindersitz der Gruppe I/II/III. Ab etwa einem Jahr, wenn das Kind der Babyschale entwachsen ist, kann solch ein Sitz es bis zum Alter von 12 Jahren begleiten.

WECHSEL VON GRUPPE 0+ ZU GRUPPE I

Allerdings sollten Kleinkinder möglichst lange in rückwärts gerichteten Schutzsystemen befördert werden. Verkehrsmediziner und Unfallforscher empfehlen sogar, Kinder bis vier Jahre entgegen der Fahrtrichtung zu transportieren. Diese Kindersitze stützen den sensiblen Kopf-, Hals- und Rückenbereich großflächig ab, wirken wie ein Schutzschild und bieten so bei Frontalkollisionen den bestmöglichen Schutz. Der Kopf eines Kleinkindes macht ca. 25 % seines gesamten Körpergewichtes aus. Nackenmuskulatur und Wirbelsäule sind noch unvollständig entwickelt. Auch wenn die Füßchen eines Babys aus der Babyschale unten herausschauen oder das Baby schon sitzen kann, heißt das keinesfalls, dass es aus der Babyschale schon in einen Kindersitz der Gruppe I oder einen mitwachsenden Kindersitz der Gruppe I/II/III gesetzt werden sollte. Reicht der Kopf aber schon über den Schalenrand und wiegt das Baby bereits über 13 kg, ist es allerdings höchste Zeit, den Sitz zu wechseln, da der empfindliche Nacken- und Kopfbereich dann nicht mehr gut genug geschützt ist.

In jeder Wachstums- und Entwicklungsphase verändert sich ein Kleinkind in Größe und Form, deshalb ist bei Kombinations-Kindersitzen ganz besonders wichtig, dass diese genug Anpassungsfähigkeit besitzen, um mit dem Kind mitwachsen zu können und dadurch jederzeit die optimale Sicherheit und perfekte Passform zu gewährleisten.

In der Gruppe I (9-18 kg, ca. 9 Monate bis 4 Jahre) sind die Kombinations-Kindersitze von CYBEX mit einem tiefenverstellbaren Sicherheitskissen ausgestattet, das sich perfekt dem Wachstum des Kindes anpasst und im Vergleich zu einem herkömmlichen 5-Punkt-Gurtsystem wesentlich mehr Oberkörper-Bewegungsfreiheit sowie ein Höchstmaß an Sicherheit bietet. Dieses System ähnelt einem aufgeblasenen Airbag und hilft, die Kräfte im Falle eines Frontalaufpralls erheblich zu reduzieren. Sie werden über das Sicherheitskissen verteilt und durch seine energieabsorbierenden Materialien minimiert. Der Gurt schneidet nicht ein und gefährlichen Halswirbelverletzungen wird vorgebeugt, weil der Kopf durch den Abrolleffekt nicht abrupt nach vorne oder hinten geschleudert wird.

Kindersitze mit Sicherheitskissen (Fangkörper) erzielen bei den Tests der Stiftung Warentest & ADAC regelmäßig Bestnoten und führen die Bestenliste in der jeweiligen Gruppe an. Vergleicht man die Testergebnisse der Stiftung Warentest im Zeitraum 2007 bis 2012 so sind die Top 3 in der Gruppe I Kindersitze mit Sicherheitskissen (Fangkörper). Bei den mitwachsenden Kindersitzen der Gruppe I/II/III fällt die Überlegenheit der Systeme mit Sicherheitskissen (Fangkörper) noch deutlicher aus: 9 Kindersitze der Top 10 sind Kindersitze mit dieser Sicherheitstechnologie mit exzellenten Ergebnisses beim Unfallschutz.

Auch der Sitz selbst passt sich durch Höhenverstellbarkeit und herausnehmbare Sitzeinlage perfekt dem Wachstum des Kindes an und sorgt dafür, dass sich das Kind immer in der optimalen Schutzzone befindet. Die Schulter- und Kopfprotektoren des L.S.P. Systems Plus sorgen in jeder Wachstumsphase für besten Seitenaufprallschutz.

WECHSEL VON GRUPPE I ZU GRUPPE II/III

Ab einem Alter von ca. 3 Jahren (15 kg) kann der mitwachsende Kombinationssitz von der Gruppe I mit wenigen Handgriffen zu einem Gruppe II/III Kindersitz umgebaut werden.

 

Bei Kindersitzen der Gruppe II/III werden die Kinder hauptsächlich mit dem 3-Punkt-Autogurt gesichert. Die Kinder dürfen nicht alleine mit dem Beckengurt angeschnallt werden. Denn bei einem Aufprall kippt das Kind mit dem Oberkörper nach vorne und kann sich schwere Kopfverletzungen zuziehen. Die optimalen Ausstattungsmerkmale eines Gruppe II/III Sitzes bestehen aus einer komfortablen Sitzfläche mit höhenverstellbarer Rückenlehne und ausgeprägten Schulterprotektoren, die für ausreichend Seitenaufprallschutz sorgen.

Die Pallas- (Gruppe I/II/III, 9-36 kg, ca. 9 Monate – 12 Jahre) und die Solution-Baureihe (Gruppe II/III, 15-36 kg, ca. 3 – 12 Jahre) von CYBEX bietet zusätzlich einen patentierten Kopfschutz für Sicherheit im Schlaf. Die dreifach neigungsverstellbare Kopfstütze verlagert den Schwerpunkt des Kopfes nach hinten und verhindert so das gefährliche Nach-Vorne-Kippen des Kopfes im Schlaf.

Der Wechsel in die Gruppe II/III sollte auf keinen Fall zu früh erfolgen. Ein kleines Kind kann leicht aus dem Gurt rutschen, besonders wenn es auf der Fahrt einschläft. Auch die Schultern des Kindes sind noch zu schmal, um den Fahrzeuggurt sicher zu führen. Hier ist in jedem Fall noch die Sicherung mit dem Sicherheitskissen in der Gruppe I zu empfehlen.

KEINE REINEN SITZERHÖHUNGEN IN DER GRUPPE II/III VERWENDEN

Sinn und Zweck eines Kindersitzes ist es, das Kind dem zu großen Gurtsystem im Auto anzupassen. Laut Norm ECE R 44/03 und 44/04 reicht eine Sitzerhöhung für Kinder ab 15 kg theoretisch aus, um diesen Zweck zu erfüllen. Wir empfehlen aber auf alle Fälle einen kompletten Sitz mit Rückenlehne zu verwenden, bei dem der Becken-, Schulter- und Kopfbereich optimal geschützt ist. Die Unterschiede zwischen stabilen Markensitzen mit Rückenlehne und guter Gurtführung und den einfachen Sitzerhöhungen sind frappant.

Aus folgenden Gründen raten wir von einer reinen Sitzerhöhung ab: Die Problematik der Sitzerhöhungen besteht darin, dass ihnen der Seitenhalt fehlt. Bei einem Kindersitz mit Rückenlehne verhindern die Seitenwangen, dass das Kind bei einem Seitenaufprall gegen die Autoscheibe prallt. Hinzu kommt, dass bei einem seitlichen Aufprall die höchste Verletzungsgefahr besteht und Kinder zusätzlichen Schaden durch einen Seitenairbag erleiden können. Airbags schützen zwar Erwachsene, können für Kinder aber zur Gefahr werden. Laut Statistik hängt jeder vierte Autounfall mit einem Seitenaufprall zusammen.

Noch alarmierender: Diese seitlichen Crashs sind für ganze 20 Prozent aller unfallbedingten Todesfälle und Schwerstverletzungen von Kindern im Auto verantwortlich. Bei einer Sitzerhöhung sind die empfindlichen Bereiche des Kindes nicht ausreichend geschützt. Es besteht immer die Gefahr, dass das Sitzkissen unter dem Kind verrutscht. Sitzerhöhungen bieten außerdem keinerlei Gurtführung im Oberkörperbereich, sodass der Gurt häufig viel zu nah am Hals liegt. Durch die kompakte Bauweise eines Komplettsitzes sitzt das Kind also nicht nur viel fester, sondern der Gurt ist auch immer in der korrekten Position.

Mehr Informationen findet Ihr in unserem CYBEX Kindersicherheits-Center:

http://cybex-online.com/de/carseats/childsafety0.html

Die Serie mit Sicherheitstipps wird fortgesetzt. Also bleibt dran….